ISRC, ISWC, EAN, ISMN – was diese Codes bedeuten und wer sie braucht

Die wichtigsten Musikidentifikationsnummern erklärt – klar, praxisnah und mit den Fehlern die Geld kosten.

Wer Musik oder Noten veröffentlicht, begegnet früher oder später einer Reihe von Abkürzungen: ISRC, ISWC, EAN, UPC, ISMN. Was steckt dahinter? Welcher Code gehört zu welchem Produkt? Und was hat das mit Tantiemen, Streaming-Rankings und der GEMA-Abrechnung zu tun?

Dieser Artikel erklärt alle relevanten Musikidentifikationsnummern – klar, ohne Fachjargon, mit konkreten Hinweisen für die Praxis.


Warum diese Codes wichtig sind

Internationale Musikidentifikationscodes sind die Grundlage dafür dass Tantiemen korrekt zugeordnet und ausgezahlt werden. Ohne einen ISRC weiß Spotify nicht wem ein Stream zugeordnet werden soll. Ohne einen ISWC kann die GEMA ein Werk möglicherweise nicht eindeutig identifizieren. Ohne EAN ist ein Album im digitalen Vertrieb nicht eindeutig als Produkt erkennbar. Ohne ISMN ist eine Notenausgabe in internationalen Katalogen unsichtbar.

Kurz: wer diese Codes nicht hat oder falsch einsetzt, verschenkt unter Umständen Tantiemen – und das oft ohne es zu merken.


ISRC – der Code für die Aufnahme

ISRC steht für International Standard Recording Code. Er identifiziert eine bestimmte Aufnahme – nicht das Werk selbst, sondern die spezifische Einspielung.

Format: 12 Zeichen – Ländercode (2) + Registrantcode (3) + Jahrcode (2) + Aufnahmenummer (5). Beispiel: DE-A1B-25-00001

Was bedeutet das in der Praxis? Ein Song kann mehrere ISRCs haben: die Studioversion hat einen, die Live-Version einen anderen, der Remix einen dritten. Jede neue Aufnahme desselben Werkes bekommt einen eigenen ISRC – der ISWC des zugrundeliegenden Werks bleibt dabei gleich.

Wozu wird der ISRC verwendet? Er ist die Grundlage für die Tantiemenabrechnung bei Streaming-Plattformen, für die Chartermittlung und für die Zuordnung bei der GVL (Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten) – der Verwertungsgesellschaft die Tantiemen für ausübende Künstler und Tonträgerhersteller einzieht, separat von der GEMA.

Wie bekommt man einen ISRC? Die meisten Musikvertriebe (DistroKid, TuneCore, Recordjet, iGroove etc.) vergeben ISRCs automatisch beim Upload. Wer eigene ISRCs dauerhaft selbst verwalten möchte, kann einen Registrantencode in Deutschland über die IFPI Deutschland beantragen.

Wichtiger Praxishinweis – Anbieterwechsel: Der ISRC ist an die Aufnahme geknüpft, nicht an den Vertrieb. Wer den Anbieter wechselt und den ISRC nicht mitnimmt, verliert alle bisherigen Streaming-Statistiken, das algorithmische Momentum und möglicherweise Playlist-Platzierungen die sich über Zeit aufgebaut haben. Streaming-Plattformen behandeln die Aufnahme dann als völlig neues Release. Deshalb gilt: beim Anbieterwechsel immer den bestehenden ISRC beim neuen Anbieter eintragen.


ISWC – der Code für das Werk

ISWC steht für International Standard Musical Work Code. Er identifiziert das musikalische Werk selbst – also Komposition und Text, unabhängig davon wie oft oder von wem es aufgenommen wurde.

Format: Beginnt mit „T", gefolgt von einer neunstelligen Nummer und einer Prüfziffer. Beispiel: T-050.357.923-1

Was bedeutet das in der Praxis? Ein Werk hat genau einen ISWC – egal wie viele verschiedene Aufnahmen davon existieren. Die Studioversion, die Live-Version und der Remix teilen denselben ISWC aber haben jeweils eigene ISRCs.

Wozu wird der ISWC verwendet? Er ist die Grundlage für die GEMA-Abrechnung von Aufführungs- und Streaming-Tantiemen. Er verbindet das Werk eindeutig mit dem Komponisten und Textdichter und stellt sicher dass Einnahmen korrekt zugeordnet werden – auch wenn dasselbe Stück von verschiedenen Künstlern aufgenommen und vertrieben wird.

Wie bekommt man einen ISWC? In Deutschland vergibt die GEMA den ISWC automatisch wenn ein Werk dort angemeldet wird. Die Vergabe erfolgt nicht auf Antrag sondern als Teil des Anmeldeprozesses.


EAN / UPC / GTIN – der Code für das Release

EAN (European Article Number) und UPC (Universal Product Code) sind Produktcodes die ein Release als Ganzes identifizieren – ein Album, eine EP oder eine Single als Produkt, nicht einzelne Tracks.

Format: EAN hat 13 Stellen, UPC hat 12 Stellen. Ein UPC lässt sich durch Voranstellen einer 0 in einen EAN umwandeln. Der Begriff GTIN (Global Trade Item Number) ist die modernere internationale Bezeichnung für dasselbe System.

Was bedeutet das in der Praxis? Während der ISRC jeden einzelnen Track identifiziert, identifiziert der EAN/UPC das gesamte Release als Produkt. Ein Album hat einen EAN – und für jeden einzelnen Track einen eigenen ISRC.

Wozu wird der EAN/UPC verwendet? Er ist notwendig für den digitalen und physischen Vertrieb. Streaming-Plattformen, Download-Stores und physische Händler verwenden ihn um ein Release eindeutig zu katalogisieren.

Wie bekommt man einen EAN/UPC? Die meisten Musikvertriebe vergeben EAN/UPC-Codes automatisch und kostenlos beim Upload. Wer eigene Codes dauerhaft selbst vergeben möchte, kann diese über GS1 Germany beantragen.


ISMN – der Code für Notenausgaben

ISMN steht für International Standard Music Number. Er ist das Äquivalent zur ISBN für Bücher – aber speziell für Notenausgaben.

Format: Beginnt mit „979-0", gefolgt von einem Verlagscode und einer Titelnummer sowie einer Prüfziffer. Beispiel: 979-0-2600-0043-8

Was bedeutet das in der Praxis? Wer eine Notenausgabe veröffentlicht – gedruckt oder digital – sollte einen ISMN vergeben. Er identifiziert die Ausgabe eindeutig im internationalen Notenhandel und erleichtert die Listung in Bibliothekskatalogen weltweit.

Wozu wird der ISMN verwendet? Er ermöglicht die eindeutige Katalogisierung einer Notenausgabe in Bibliotheken und im Buchhandel, erleichtert Bestellungen und ist ein international anerkanntes Signal für eine professionelle Edition.

Wie bekommt man einen ISMN? In Deutschland werden ISMNs über die Deutsche Nationalbibliothek vergeben. Verleger beantragen einmalig einen Verlagscode und können danach selbst ISMNs für ihre Ausgaben vergeben. Soundnotation vergibt ISMNs automatisch im Rahmen des Notenvertriebsservices.


Übersicht: welcher Code für was

CodeIdentifiziertVergabe durchRelevant für
ISRCAufnahme / TrackMusikvertrieb oder IFPIStreaming, GVL-Tantiemen, Chartermittlung
ISWCMusikalisches WerkGEMAGEMA-Abrechnung, Werkidentifikation
EAN / UPC / GTINRelease als ProduktMusikvertrieb oder GS1 Digitaler und physischer Vertrieb
ISMN NotenausgabeVerlag Notenhandel, Bibliotheken

Was passiert wenn Codes fehlen oder falsch gehandhabt werden?

Fehlender ISRC: Streaming-Tantiemen können nicht korrekt zugeordnet werden. Die GVL kann die Aufnahme nicht eindeutig einem Künstler zuordnen.

ISRC beim Anbieterwechsel nicht übertragen: Streaming-Plattformen behandeln die Aufnahme als neues Release. Alle bisherigen Streams, Playlist-Einträge und algorithmischen Daten gehen unwiederbringlich verloren.

Fehlender ISWC: Die GEMA kann das Werk möglicherweise nicht eindeutig einem Urheber zuordnen – besonders problematisch wenn mehrere Versionen oder Arrangeure beteiligt sind.

Fehlender ISMN: Die Notenausgabe ist in internationalen Bibliothekskatalogen und manchen professionellen Verzeichnissen schwerer auffindbar.

Wer sich darum nicht selbst kümmern muss

Die gute Nachricht: für die meisten Codes ist keine manuelle Beantragung nötig. Musikvertriebe vergeben ISRC und EAN automatisch beim Upload. Die GEMA vergibt den ISWC automatisch bei der Werkanmeldung.

Wer Notenausgaben über Soundnotation veröffentlicht, erhält den ISMN automatisch im Rahmen des Vertriebsservices. Für den Audiovertrieb über Soundtribution werden ISRC und EAN beim Upload vergeben.

Der einzige Code der aktiv mitgedacht werden muss: der ISRC beim Anbieterwechsel.

Mehr zu Soundnotation: soundnotation.com/de/notenerstellung Mehr zu Soundtribution: soundtribution.com

Hinweis: Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick. Regelungen und Vergabestellen können sich ändern – aktuelle Informationen bei den jeweiligen nationalen Stellen einholen.

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