Wie funktioniert Transkription von Popmusik?

Da die Notation ihren Ursprung in der klassischen Musik hat, ist sie für diese Art der Musik optimiert. In musikhistorischen Epochen wurden für große Werke immer erst die Noten niedergeschrieben. Erst nachdem sie notiert wurde, kam es zur Aufführung. Diese Vorgehensweise hat sich spätestens mit dem Aufkommen populärer Musikstile und von neuen Aufnahme- und Speichermöglichkeiten, geändert. Es wurde weniger wichtig, die Musik zu notieren, um sie zu spielen. Die Herangehensweise neue Musik zu erschaffen wurde vielfältiger. Es kamen neue Kompositionstechniken durch elektronische Klangerzeuger hinzu und insbesondere im Blues und Jazz wurde die Improvisation zum charakteristischen Merkmal. Wenn diese Musik jedoch schriftlich niedergeschrieben werden soll, dann kann dies im altbewährten Notensystem schnell an Grenzen der exakten Darstellung kommen. Besonders in einer Zeit, in der das Produzieren von Musik nicht mehr während des Komponierens notiert wird, steigt der Bedarf an Techniken der Transkription, um diese Musik beispielsweise für Fans zugänglich und spielbar zu machen.

Grundlage für das Komponieren von populärer Musik sind oft nicht die Noten, sondern virtuelle Instrumente und Samples. Bei der Schaffung von Popmusik spricht man deswegen auch vom Produzieren und nicht vom Komponieren. Das Produzieren, Editieren und Manipulieren des Audiomaterials am Computer, kreiert jedoch oft völlig neue klangliche Ergebnisse. Die Herausforderung des Notierens besteht nun darin, für diese neuen Klangbilder eine passende Darstellung zu finden.


Transkription klassischer Musik vs. Transkription populärer Musik

Aufgrund ihrer großen Akzeptanz und Verankerung innerhalb der Gesellschaft wird auch bei Popularmusik nicht auf den traditionellen Notensatz verzichtet. Dieser muss jedoch oft durch bestimmte Zeichen und Symbole erweitert werden, um den klanglichen Besonderheiten der populären Musik gerecht werden zu können. Im Bereich der Popularmusik ist dabei die Transkription als Leadsheet üblich, bei dem der Melodieverlauf in Takteinheiten und Harmonien notiert ist. Leadsheets sind aber oft nicht ausreichend genug, um die teils enorme Komplexität von Popmusik angemessen darzustellen. Aus der großen Vielfalt dieser Musikrichtung ergeben sich schließlich auch für die Übertragung in Notenschrift verschiedene Ziele und Personengruppen. Dies führt oft zu verschiedenen Genauigkeitsgraden und Abweichungen zum Original.

Notationstechniken in der Popularmusik

Neben schlichteren Notenbildern, die oft nur für Archivzwecke angefertigt werden, gibt es ebenso Transkriptionen, die explizit für die Spielpraxis bestimmt sind und über viel mehr Detailreichtum verfügen. Sie enthalten Aspekte, wie z.B. voneinander abweichende Intonationen oder das richtige Timing im Sprech- und Gesangsbereich.
Um diese enorme akustische Vielfalt darzustellen, werden verschiedene Notationstechniken benötigt. Beispielsweise kann man für Rap auf die Darstellung der genauen Tonhöhe verzichten und stattdessen eine reine Rhythmusnotation anhand eines x-förmigen Notenkopfs wählen. Alternativ könnte man auch reine Geräusche mit einem x-förmigen Notenkopf, in diesem Fall allerdings ohne Hals, kenntlich machen:


Vorschlagsnoten

Unsaubere Töne, beziehungsweise minimale Tonverläufe könnte man über Vorschlagsnoten anzeigen. Auch hier kann man wieder auf die individuellen Produktionsmerkmale eines Songs eingehen, indem diese beispielsweise mit oder ohne Hals gesetzt werden oder die Note in Klammern dargestellt wird, um damit einen kaum hörbaren Ton anzudeuten:


Rhythmusnotationen

Im Jazz wiederum kann beispielsweise für ungenaue Rhythmusnotationen oder um dem Spieler Freiheiten bei der Wahl des Rhythmus zu lassen, auf die Slash Notation zurückgegriffen werden. Dies erfolgt durch einen einfachen Schrägstrich, der auf jeden Schlag des Rhythmus notiert wird:



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